Sonntag, 20. Januar 2013

8. Eintrag

Mein liebes Tagebuch,


Das Wochenende mit Simon war total schön. Ich merkte wie wohl er sich bei  mir fühlte.
Auch hatte er einen totalen Narren an Sylvester gefressen. Er kümmerte sich liebevoll um ihn und putzte sogar seinen Käfig.


Während ich das Abendessen vorbereitete schaute er vergnügt den Boxkampf 
Giant vs Violent.
Auch ich riskierte ab und zu einen Blick und beinahe wäre mir das Lammsteak angebrannt.
Was uns beide herzhaft zum Lachen brachte.
Doch wir hatten Glück und das Steak war köstlich.


Während wir aßen unterhielten wir uns über den Verlauf des restlichen Wochenendes.
Da wir beide keinerlei Lust auf große Aktion hatten, beschlossen wir einfach ein bisschen zu faulenzen.
Ich schnappte mir den Roman, den ich seid Wochen rumliegen hatte. 
(Simlane-vertraue deinem Glück von Sabine Luckner)
Simon hingegen probierte sein neues PC Spiel aus - Sims 2.


Es war schön etwas ganz unterschiedliches zu tun und dennoch irgendwie gemeinsam. 
Plötzlich jedoch gab mein PC mitten im Spiel den Geist auf. Simon brummelte etwas von "ich versuche mal mein Glück" und setzte sich daran ihn zu reparieren.


Und tatsächlich gelang es ihm den Kasten wieder zum Laufen zu bringen. Ich weiß das Ding ist schon verdammt alt und ich bräuchte mal dringend einen Neuen. Aber solange ich noch kein geregeltes Einkommen habe, ist das einfach noch nicht drin.


Der Sonntag Abend klang bei uns dann ganz gemütlich aus. Und da Simon am nächsten Morgen früh raus musste, da er einige Termine im Büro hatte, ging er auch recht früh nach Hause.
Als ich Montag früh aufwachte, war mir schon wieder übel und ich ahnte Schlimmes.
Ich fuhr zur nächsten Apotheke und besorgte mir einen Schwangerschaftstest. 
Den ich dann mit wild pochenden Herzen machte.


Zu meinem Entsetzen war er positiv. Ich war schwanger! Wie sollte ich das Simon nur beibringen? Schließlich waren wir erst knapp ein halbes Jahr nun ein Paar.
Aber ich musste es ihm ja sagen und so rief ich ihn an und bat ihn nach der Arbeit vorbei zu kommen.
Simon spürte wohl an meiner Stimme, das es wichtig war und verlegte seinen letzten Termin um eher da zu sein.


Ich bat ihn sich zu setzen und zeigte ihm den Test. Erstmal sagte er gar nichts. Ich dachte schon mein Herz würde stehen bleiben. Dann sah er mich an und - er grinste!
Er war so begeistert und glücklich, damit hatte ich nicht gerechnet.
Welcher Mann reagierte denn schon so?
Aber er setze dem ganzen noch die Krone auf und kniete sich plötzlich vor mich .


Diesmal blieb mein Herz mindestens zehn Sekunden stehen. Er machte mir tatsächlich einen Heiratsantrag!
Mir verschlug es die Sprache. Irritiert sah er mich an. Er wartete auf eine Antwort und ich war wie paralysiert. Doch dann platze es aus mir heraus. JA!!


Überglücklich schloss Simon mich in seine Arme. Er beteuerte das wir das schon gemeinsam schaffen. Er freue sich so Vater zu werden. Dann sagte er zum ersten Mal die drei magischen Worte:
Ich liebe dich, Ida.
(na gut vier)
Dann küssten wir uns und mir liefen Tränen vor lauter Glück über die Wangen.


Die nächsten Tage und Wochen verflogen wie Sekunden. Simon war mittlerweile bei mir eingezogen. Die Schwangerschaft verlief problemlos und wir verstanden uns ohne Worte.
Simon war sehr fürsorglich und zuvorkommend.
Schließlich hatte ich ordentlich zugelegt.


Und ich wurde ordentlich getreten. Schließlich stand die erste Ultraschalluntersuchung an und Simon wollte mich unbedingt begleiten.
Ich weiß nicht wer von uns Beiden aufgeregter war und dann kam der Hammer. Der Frauenarzt eröffnete uns nämlich das wir...
 Zwillinge
...ja du hast richtig verstanden, 
Zwillinge bekommen. Wir waren im ersten Moment wie erstarrt. 
Dann sahen wir uns an und mussten lachen. Ich weiß nicht warum aber wir mussten einfach nur lachen.
Wieder zu Hause fing Simon an mit meinem Bauch bzw mit den Zwillingen zu sprechen.


Er sagte ihnen wie sehr er sich freue wenn sie bald da wären. Und er gespannt sei und aufgeregt.
Was meint ihr was mit mir war? Ich wollte es nicht zugeben aber ich hatte Angst. Zwillinge, ob wir das wirklich zusammen schaffen? Schließlich war es ausschließlich Simon der von uns Geld verdiente und da er nebenbei noch studierte, war das nicht sehr viel.


Doch Simons Optimismus war ansteckend. Und je runder ich wurde und ich wurde wirklich kugelrund, umso mehr schien er verrückt nach mir zu werden. 
Er trug mich auf Händen, symbolisch, denn physisch war das bei meinem riesen Bauch nicht mehr möglich.


Er witzelte so oft mit den Babys in meinem Bauch herum, das er meine Sorgen damit weg lachte.
Und schließlich glaubte ich selber daran, das alles gut werden wird.
Ich schnappte mir in der Bücherei ein paar Erziehungs- und Stillratgeber und verschlag sie regelrecht.


Dann eines Nachts, Simon und ich lagen im Bett, fühlte ich ein furchtbare Ziehen im Bauch.
Ich konnte nicht mehr liegen und stand auf. Doch der Schmerz ließ nicht nach. Ganz im Gegenteil, er wurde immer schlimmer. Schließlich weckte ich Simon. 
Dieser sprang wie von der Tarantel gestochen aus dem Bett. Flitze zum Telefon und rief einen Krankenwagen. Denn in der Zwischenzeit, hatte es plop gemacht und mir war die Fruchtblase geplatzt.
Nun wurde es Ernst, die Zwillinge wollte auf die Welt.




















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