Liebes Tagebuch,
Simon ist wirklich ein Traummann. Ich kann es immer noch nicht fassen, dass ich ihn kennengelernt habe. Wir haben die Woche nach unserem ersten Date viel miteinander telefoniert. Manchmal stundenlang und es ist auch schon mal vorgekommen, das wir am Hörer zusammen eingeschlafen sind. Morgens wurde ich dann mit einem Tuten am Ohr geweckt. Wir mussten immer viel lachen und hatten uns unheimlich viel zu erzählen. Wie zwei Ausgehungerte, die schon ewig auf den anderen gewartet haben. Schließlich wurde es Wochenende und wir verabredeten uns erneut.
Da es einen Tag vorher schon ordentlich geschneit hatte, schlug Simon vor den hiesigen Weihnachtsmarkt zu besuchen und dort Schlittschuhlaufen zu gehen. Ich war sofort Feuer und Flamme. Ich liebe Schlittschuhlaufen. Also holte mich Simon am Freitag Abend ab. Zu meiner Überraschung holte er plötzlich einen wunderschönen Blumenstrauß hinter seinem Rücken hervor.
Ich war total hin und weg.
Ich stellte die Blumen rasch in eine Vase und wir machten uns auf den Weg.
Von Weiten konnten wir die vielen Stimmen und die weihnachtliche Beleuchtung sehen. Hier gab es wirklich einen sehr schönen Markt. Die meisten Leute drängten sich allerdings, dick eingepackt, vor dem Glühweinstand. Eine kleine Gruppe von Kindern gaben sich in einer Ecke eine erbitterte Schneeballschlacht hin und ein, zwei Pärchen schlenderten, Arm in Arm, an den Buden entlang.
Nur die Eisfläche war noch unberührt von den Besuchern. Simon zog mich direkt dort hin. Er witzelte rum, wer von uns wohl als erstes auf seinem Hinterteil landen würde. Kichernd und neckend zogen wir unsere geliehenen Schlittschuhe an. Dann ging es auf Eis. Mist, ich war zuletzt als Kind Schlittschuhe gefahren. Als ich wieder auf dem Eis stand merkte ich wie unsicher ich war.
Meine Knie zitterten.
Und prompt flog ich als erste aufs Eis. Simon schaute so verdutzt, darüber erstaunt das ich binnen Sekunden mich hingelegt hatte, das ich eher anfing zu Lachen als er. Aber sein Gesichtsausdruck war einfach zum Brüllen komisch. Galant bot mir Simon seine Hand, damit ich wieder auf die Beine kam. Leider fand er nicht wirklich Halt und wir flogen Beide diesmal hin. Unser schallendes Lachen klang über den kompletten Weihnachtsmarkt. Einige Leute schauten schon zu uns herüber und lachten mit.
Schließlich schlug Simon vor das wir uns etwas aufwärmen sollten.
Er lud mich zu leckeren Dampfnudeln ein und ich sagte nicht nein. Also suchten wir uns einen schönen Platz und bestellten. Der Abend war so traumhaft und ich konnte ihn kaum aus den Augen lassen. Simon suchte immer wieder den Körperkontakt zu mir. Entweder er streichelte mir über die Wange oder er spielte mit meinen Fingerspitzen. Dabei erzählte er mir die besten Geschichten aus seiner Kindheit, an die er sich erinnern konnte.
Als er mir dann erzählte, das seine Mutter ihn einmal zu Karneval überredet hatte ein Prinzessin Kleid anzuziehen, konnte ich mich vor Lachen nicht mehr halten. Er beteuerte, das er zu dem Zeitpunkt fünf Jahre alt gewesen sei und nicht wusste was da auf ihn zukommt. Als seine Kumpels im Kindergarten ihn dann aufgeklärt hatten, und dies nicht besonders sanft, hatte Simon sich geschworen ab da seine Kostüme selbst auszusuchen.
Obwohl ihm der Tag eher die Lust am Verkleiden genommen hatte. Schließlich erzählte ich ihm von dem Tag an dem ich Mozart bekommen hatte und er war der Meinung das es sich um den niedlichsten aber auch verrücktesten Kater handelte, den er je gesehen hatte.
Dann kam ihm die spontane Idee, das es doch eigentlich einen Grund zum Feiern gäbe und winkte die Kellnerin her. Dann bestellte er, zu meinem Erstaunen, zwei Gläser Champagner.
Verdutzt fragte ich ihn, was es denn genau zu feiern gäbe. Allein das wir uns getroffen hätten und so prima verstanden, wäre für ihn schon Grund genug. Dann sah er mir tief in die Augen und sagte, das er schon ewig auf mich gewartet hätte. Mein Herz schlug mir bis an den Hals.
Ich hatte keine Schmetterlinge sondern tausende Thunderbolts im Bauch.
Ich sag dir liebes Tagebuch, es hat mich sowas von erwischt. Ich bin tatsächlich vollkommen verliebt.
Wir schlenderten später dann noch etwas über den Weihnachtsmarkt. Es gab viele Dinge die uns gleichsam gefielen aber zum Glück auch einiges was wir eher nicht so möchten.
Dann wagte ich mich auf ein Terrain das mir bisher unbekannt war. Ich nahm meinen ganzen Mut zusammen und fragte Simon ob er nicht Lust habe das Wochenende bei mir zu verbringen.
Ich weiß nicht genau auf welche Reaktion ich gefasst war, aber seine überraschte mich.
Er schloss mich in seine Arme und küsste mich zärtlich. Dann sagte er förmlich, Ida Jörissen, es wäre mir eine Ehre das Wochenende mit dir zu verbringen.
Ich kicherte wie ein Schulmädchen und er grinste mich breit an. Komiker.
Doch war ich sehr froh über seine Antwort und wir machten uns auf den Weg zu mir nach Hause. Vorher allerdings machten wir selbstverständlich einen Schlenker über Simons Studentenbude, damit er sich ein paar Sachen zusammen packen konnte.
Bei mir angekommen stellte Simon seine Sachen ins Schlafzimmer und zog mich nah an sich.
Dieser Mann hat wirklich verdammt flinke Finger. Ehe ich mich versah hatte er mich schon aus meinen dicken Wintersachen befreut. Dem kam ich natürlich auch nach und stülpte ihm seinen Winterpulli über den Kopf.
Wir liebten uns erneut die ganze Nacht. Simon schaffte es erneut mich in Staunen zu versetzen. Es war diesmal völlig anders als beim letzten Mal. Es war nicht wild und leidenschaftlich sondern sanft und genießend.
Es war als wollte er jeden Millimeter meines Körpers berühren. Er lies sich so viel Zeit, das ich beinahe verrückt wurde. Es war so wunderschön.
Als wir dann irgendwann erschöpft nebeneinander lagen und uns aneinander kuschelten, schlief ich mit dem Gedanken ein, das er morgen noch da sein würde.
Dieses Gefühl war wunderbar, es fühlte sich warm und geborgen an und ich schlief seelenruhig ein.
Ich bin so unendlich glücklich.













Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen